SMA und EMA in Excel berechnen – Schritt für Schritt erklärt

Wer an der Börse unterwegs ist, kommt an Charts und technischen Indikatoren kaum vorbei. Besonders beliebt sind gleitende Durchschnitte – allen voran die Simple Moving Average (SMA) und die Exponential Moving Average (EMA). Beide helfen dabei, Trends zu erkennen und Kursbewegungen besser einzuordnen. Das Schöne ist: Man braucht dafür keine teure Trading-Software. Excel reicht völlig aus, um diese Indikatoren selbst zu berechnen und zu verstehen.

SMA und EMA – Was ist das und wo liegt der Unterschied?

Ein Simple Moving Average (SMA) ist der einfache gleitende Durchschnitt. Er berechnet den Durchschnitt der letzten Kurswerte. Wobei die Anzahl der Kurstage je nach Handelsidee / Betrachtungszeitraum variiert. Wichtig an dieser Stelle ist der Hinweis, dass bei er einfachen Mittelwertberechnung (SMA) alle Kurse zu gleichen Teilen einberechnet werden.

Die Berechnung eines Exponential Moving Average (EMA) verläuft so ähnlich. Auch hier wird der Durchschnittswert der letzten Kurstage berechnet, allerdings wird die nähere Vergangenheit stärker gewichtet. Das bedeutet, dass neuere Preise stärker berücksichtigt werden, was eine schnellere Reaktion der Linie auf Kursänderungen nach sich zieht.

Aber genug der Vorrede. Schauen wir uns die Berechnung und Umsezung in Excel im Detail einmal an.

SMA in Excel berechnen

Für die Berechnug der SMA wird die Funktion Mittelwert genutzt. In unserem Beispiel soll eine SMA der letzten 10 Schlusskurse berechnet werden, also vom 21.01.26 bis 08.01.26.

SMA Formel einzeln

Im Anschluss wird die Formel in die restlichen Zellen kopiert.

SMA Formeln komplett

EMA in Excel berechnen

Die Berechnung eines Exponential Moving Average (EMA) beginnt mit einem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA), der als Startwert dient. Anschließend wird der EMA fortlaufend aktualisiert, indem jeder neue Kurswert mit einem Glättungsfaktor gewichtet wird – so entsteht eine dynamische, exponentielle Glättung, die aktuelle Marktbewegungen deutlich stärker berücksichtigt als ältere Daten. Der benötigte Glättungsfaktor errechnet sich dann wie folgt:

Formel : g = 2 / (n + 1)
g = Glättungsfaktor
n = Anzahl derPerioden EMA

Die gesamte Formel zur Berechnung der EMA lautet dann wie folgt:

Formel : EMAt = g * Preist + (1 – g) * EMAt-1
t = Zeit
Preis = Schlusskurs

EMA Formel einzeln

Im Anschluss wird die Formel in die restlichen Zellen kopiert.

EMA Formeln komplett

Um den Unterschied zwischen EMA und SMA anschaulicher zu machen, werfen wir einen Blick auf ihren Verlauf im Chart der Deutschen Telekom (Zeitraum Okt 25 bis Jan 26) – jener Aktie, die in Talkshows von deutschen Politikern besonders gern genannt wird wenn es um das Thema Börse geht.

Grafik SMA und EMA im Chart Deutsche Telekom

Der SMA(10) erscheint als blaue Linie, der EMA(10) als rote gestrichelte Linie. Die stärkere Gewichtung der jüngsten Kursbewegungen beim EMA zeigt sich nicht nur daran, dass die rote Linie näher am aktuellen Kurs verläuft, sondern auch daran, dass sie auf Richtungswechsel deutlich schneller reagiert als die blaue SMA-Linie.

Welcher Durchschnitt letztlich als Indikator genutzt wird, bleibt dem Händler / Investor selbst überlassen. Ein eindeutig „Richtig“ oder „Falsch“ gibt es aus meiner Sicht nicht. Für die Analyse langfristiger Trends sowie kurzfristiger Marktbewegungen bieten sich sowohl SMA wie auch EMA als solide Grundwerkzeuge an. Allerdings sollten sie nie isoliert betrachtet, sondern stets in Kombination mit weiteren Analyseinstrumenten angewendet werden – sonst bleibt das Bild so unvollständig wie ein Puzzle ohne Randteile.

Ich selbst nutze als ersten Filter u.a. eine Kombination aus verschiedenen SMA´s und erhalte dadurch eine gute Auswahl an Aktien zur Umsetzung meiner Handelsidee.

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